Antiparasitenmittel
Albendazol
ab
Biltricide
ab
Chloroquin
ab
Eskazole
ab
Mebendazol
ab
Permethrin
ab
Praziquantel
ab
Vermox
abWas sind Antiparasitenmittel?
Antiparasitenmittel, auch Antiparasitika genannt, sind Medikamente zur Behandlung und Vorbeugung von Parasitenbefall beim Menschen. Diese Arzneimittel wirken gezielt gegen verschiedene Arten von Parasiten, indem sie deren Nervensystem schädigen, ihre Fortpflanzung hemmen oder ihre Lebensfunktionen direkt beeinträchtigen.
Man unterscheidet grundsätzlich zwischen Mitteln gegen innerliche Parasiten (Endoparasiten) wie Würmer und Einzeller, sowie gegen äußerliche Parasiten (Ektoparasiten) wie Läuse, Flöhe oder Milben. Während innerliche Parasiten meist den Verdauungstrakt befallen, siedeln sich äußerliche Parasiten auf der Haut oder in den Haaren an.
Die verschiedenen Wirkstoffklassen umfassen:
- Insektizide wie Permethrin gegen Kopfläuse
- Anthelminthika gegen Wurminfektionen
- Physikalisch wirkende Substanzen wie Dimeticon
- Antiprotozoika gegen Einzeller
Eine korrekte Diagnose durch einen Arzt oder Apotheker ist entscheidend für den Behandlungserfolg, da verschiedene Parasiten unterschiedliche Therapieansätze erfordern. Nur so kann eine gezielte und effektive Behandlung gewährleistet werden.
Mittel gegen Kopfläuse und Nissen
Kopfläuse gehören zu den häufigsten Parasiteninfektionen bei Kindern und treten besonders in Gemeinschaftseinrichtungen wie Kindergärten und Schulen auf. Erwachsene können sich ebenfalls anstecken, meist durch engen Kontakt mit betroffenen Kindern.
Verfügbare Wirkstoffe
In deutschen Apotheken stehen verschiedene bewährte Wirkstoffe zur Verfügung. Permethrin gilt als Goldstandard und wirkt neurotoxisch auf die Läuse. Dimeticon-basierte Präparate ersticken die Parasiten durch physikalische Wirkung und sind besonders schonend. Kokosöl-basierte Produkte bieten eine natürliche Alternative mit guter Verträglichkeit.
Bekannte Markenprodukte umfassen InfectoPharm-Präparate, Nyda und Hedrin. Die Anwendung erfolgt meist als einmalige Behandlung mit Wiederholung nach 8-10 Tagen. Wichtig ist die gründliche Benetzung aller Haare und die Einwirkzeit von mindestens 10 Minuten.
Zusätzlich zur Kopfbehandlung sollten Bettwäsche, Kleidung und Kämme bei 60°C gewaschen oder für 3 Tage luftdicht verpackt werden, um eine Reinfektion zu vermeiden.
Behandlung von Wurminfektionen
Wurminfektionen gehören zu den häufigsten parasitären Erkrankungen und können verschiedene Bereiche des Verdauungstrakts betreffen. Die drei wichtigsten Wurmarten sind Madenwürmer (Enterobius vermicularis), Spulwürmer (Ascaris lumbricoides) und Bandwürmer (Taenia species). Jede Wurmart erfordert eine spezifische Behandlungsweise und unterschiedliche Medikamente.
Wirkstoffe und Präparate
Zur oralen Behandlung stehen bewährte Antiparasitika zur Verfügung:
- Mebendazol – wirksam gegen Madenwürmer und Spulwürmer
- Albendazol – Breitspektrum-Anthelminthikum für verschiedene Wurmarten
- Pyrantel – besonders effektiv bei Madenwurm- und Spulwurminfektionen
Während einige Präparate rezeptfrei erhältlich sind, benötigen andere ein ärztliches Rezept. Die Dosierung richtet sich nach Körpergewicht und Alter des Patienten. Bei Madenwurminfektionen ist oft eine Behandlung der gesamten Familie erforderlich, da diese Parasiten hochansteckend sind. Begleitende Hygienemaßnahmen wie regelmäßiges Händewaschen, kurze Fingernägel und täglicher Wäschewechsel sind essentiell zur Vermeidung von Reinfektionen.
Krätze-Behandlung (Skabies)
Krätze wird durch die Krätzmilbe Sarcoptes scabiei verursacht und äußert sich durch intensiven Juckreiz, besonders nachts, sowie charakteristische Hautveränderungen zwischen den Fingern, an Handgelenken und anderen Körperstellen. Die Übertragung erfolgt durch direkten Hautkontakt oder gemeinsam genutzte Textilien.
Behandlungsmöglichkeiten
Die topische Therapie mit Permethrin-Creme (5%) gilt als Goldstandard der Krätze-Behandlung. Alternativ kann Benzylbenzoat eingesetzt werden. Bei schweren oder resistenten Fällen kommt systemisches Ivermectin zum Einsatz. Die Behandlung erfordert das gründliche Einreiben der gesamten Körperoberfläche und eine Einwirkzeit von 8-12 Stunden.
Parallel zur medikamentösen Therapie müssen Kleidung, Bettwäsche und Handtücher bei mindestens 60°C gewaschen oder für 72 Stunden in Plastikbeuteln gelagert werden. Da Krätze hochansteckend ist, sollten alle Haushaltsmitglieder und enge Kontaktpersonen gleichzeitig mitbehandelt werden, auch wenn sie keine Symptome zeigen.
Reisemedizin und tropische Parasiten
Malaria-Prophylaxe und Behandlung
Bei Reisen in Malaria-Risikogebiete ist eine angemessene Prophylaxe von entscheidender Bedeutung. In Deutschland sind verschiedene Malaria-Medikamente verfügbar, darunter Atovaquon/Proguanil (Malarone), Doxycyclin und Mefloquin (Lariam). Die Wahl des geeigneten Prophylaxe-Medikaments hängt von der Reisedestination, der Resistenzlage vor Ort und individuellen Faktoren ab.
Präventive Maßnahmen und Beratung
Neben der medikamentösen Prophylaxe sind physische Schutzmaßnahmen unerlässlich:
- Verwendung von DEET-haltigen Insektenschutzmitteln
- Tragen langer, heller Kleidung in den Abendstunden
- Nutzung imprägnierter Moskitonetze
- Aufenthalt in klimatisierten oder gut abgeschirmten Räumen
Andere tropische Parasitosen wie Leishmaniose, Chagas-Krankheit oder Schlafkrankheit erfordern spezifische Behandlungsansätze. Eine reisemedizinische Beratung sollte idealerweise 4-6 Wochen vor Abreise erfolgen. Bei Symptomen nach der Rückkehr aus Risikogebieten ist umgehend ärztliche Hilfe zu suchen, auch wenn bereits eine Prophylaxe durchgeführt wurde.
Sicherheitshinweise und Nebenwirkungen
Kontraindikationen und Vorsichtsmaßnahmen
Antiparasitika weisen verschiedene Kontraindikationen auf. Mefloquin ist bei psychiatrischen Erkrankungen oder Epilepsie kontraindiziert, während Doxycyclin nicht bei Kindern unter 8 Jahren angewendet werden sollte. Bei Schwangerschaft und Stillzeit sind nur bestimmte Präparate sicher einsetzbar – hier ist Chloroquin oft Mittel der Wahl, sofern keine Resistenz vorliegt.
Nebenwirkungen und Anwendungshinweise
Häufige Nebenwirkungen umfassen gastrointestinale Beschwerden, Schwindel oder Hautreaktionen. Bei älteren Patienten können dosisabhängige Anpassungen erforderlich sein. Eine ärztliche Beratung ist unbedingt erforderlich bei:
- Vorbestehenden chronischen Erkrankungen
- Einnahme anderer Medikamente
- Auftreten schwerer Nebenwirkungen
- Unklarheiten bezüglich der Anwendung
Präparate sollten trocken, kühl und außerhalb der Reichweite von Kindern gelagert werden. Verfallsdaten sind strikt zu beachten.